
Samstag, den 12. Januar 2008
Die Dresdner Neuesten Nachrichten über die feature ring-Release-Party: Studententrio beweist, dass guter Jazz innovativ sein kann...
Auch Jazzkarrieren wollen gut geplant sein. Vor Jahresfrist starteten drei Studenten der Musikhochschule Carl Maria von Weber mit der Idee einer eigenen Konzertreihe. In monatlichem Wechsel wurde dazu ein renommierter Gast eingeladen, zweimal auch eine Künstlerin, um gemeinsam Bekanntes und Eigenes aufzuführen. Das Publikum strömte zahlreich und war stets begeistert. Zum ersten Geburtstag dieser mutigen Aktion liegt nun eine CD vor, auf der ein Querschnitt bisheriger Konzerte nachzuhören ist.
Die Record-Release-Party am vergangenen Donnerstag fand natürlich im Studentenclub Aquarium statt, dem hauptsächlichen Austragungsort von „Feature-Ring“. Bei diesmal freiem Eintritt (sonst sind es sechs bzw. studentenfreundliche drei Euro) wurde mit Freuden und Freunden gefeiert. So eine CD ist ja fast wie ein eigenes Baby.
Das neugegründete Label Interfuse Records hat ganze Arbeit geleistet und Kostproben aus den Konzerten von und mit John Burgess, Stephan Bormann, Marko Lackner, Christian Grabandt, Mack Goldsbury, Alex Gunia und last but not least Esther Kaiser zusammengestellt, die das Spektrum von „Feature-Ring“ bestens repräsentieren.
Den Beweis, dass guter Jazz auch unterhaltsam und innovativ sein kann, hat das Trio um Simon Slowik, Piano, Felix Jacobi, Bass und Demian Kappenstein, Schlagzeug, längst erbracht. Sie arbeiten mit ihrer die Jazzszene vor Ort durchaus bereichernden Reihe nicht zuletzt daran, Fertigkeiten und Vorlieben unter Praxisbedingungen als Ergänzung des Studiums auszuprobieren. Was als Experiment begann, ist nun nicht mehr wegzudenken und wird anspruchsvoll fortgeführt: Die nächsten Termine sind mit Markus Stockhausen (7.2.), Johannes Bauer (20.3.), Vincent von Schlippenbach alias DJ illvibe ((3.4.), Kurt Rosenwinkel (15.5.) und Michael Schiefel (5.6.) bereits vielversprechend gebucht.
Zur Party wurden aber nicht nur CD und die erste gedruckte Programmvorschau, sondern auch zwei Überraschungsgäste präsentiert. Der New Yorker Texaner Mack Goldsbury, ein expressiver Saxofonvirtuose voll unbändiger Energie, brachte die Bühne neuerlich zum Beben. Und als Debütant erschien darauf dann auch Johannes Gerstengarbe mit seiner Gitarre. Der Mann ist sonst für den guten Ton im Keller zuständig und zeichnet als CD-Produzent für deren Qualität verantwortlich. Da er weit mehr drauf hat, sollte ihm vielleicht ein künftiger Abend gewidmet werden?
In der Zwischenzeit lauscht man dem Silberling. Er ist bereits in ausgewählten Dresdner Geschäften (u.a. Opus 61) zu haben, aber natürlich auch im Internet unter www.feature-ring.de buchbar.
Aldo Lindhorst